Startseite
Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Auszüge aus den Erinnerungen von Prof. Rosenthal

20220207_201343 (2)
20200907_190949

Wie bereits im vergangenen Jahre erwähnt, jährt sich der Geburtstag

von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Rosenthal im September 2022 zum 140. Mal. Zu diesem Jubiläum unseres Ehrenbürgers wird es hier in Thallwitz mehrere kleine Veranstaltungen geben. Schon jetzt kann man sich das Wochenende vom

Do., 08.09. – Sa., 10.09.2022 im Kalender vormerken.

In der heutigen Ausgabe des „Gemeindeblick“ werden Auszüge aus den Erinnerungen von Prof. Rosenthal an seine Zeit in Thallwitz veröffentlicht, die im Buch

„Aus meinen Lebenstagen“

festgehalten sind. Dieses Buch gehört mit mehreren Exemplaren zum Bestand der Ortschronik und steht zur Ausleihe bereit.

 

Seite 106; Jahr 1943

„Da die Fliegerangriffe auf deutsche Großstädte begonnen hatten und ich von der Schwere der dadurch hervorgerufenen Bevölkerungsverluste einen persönlichen Eindruck von Hamburg bekommen hatte, drängte sich bei mir der Wunsch vor, meine klinischen Patienten, und zwar vor allem die Kinder, aus dem Pflegehaus der Inneren Mission in Leipzig-Connewitz, Schefflerstraße, heraus und auf das Land zu bekommen.

Ich trug Martin Paetz (Thomanerfreund von W. Rosenthal, Oberforstmeister von Fürst Reuß) meine Sorgen vor und er riet mir, den Erbprinzen Reuß um eine Verpachtung des alten Jagdschlosses Thallwitz zwischen Eilenburg und Wurzen zu ersuchen.

Bei einer Unterredung mit dem Erbprinzen zeigte sich dieser dem Plan, meine klinische Tätigkeit vor allem zur Sicherung meiner Spaltkinder, auf das Land zu verlegen, durchaus geneigt. …

   … Nachdem ich einen Vertrag mit der reußischen Kammer abgeschlossen hatte, aufgrund dessen mir Schloss Thallwitz mit Garten und Park, sowie den nötigen, dazugehörigen Hausanlagen, ferner vor allem ein ausreichendes Gebiet des Gutes zum Betrieb einer eigenen Landwirtschaft verpachtet wurde, ging der Umzug von Leipzig aus rasch von statten.

Am 09.September 1943 konnte ich zum ersten Mal in Thallwitz operieren.  …   …Die ärztliche Einrichtung der Klinik stammte aus meiner Leipziger Praxis und es gelang mir, vor allem auch den Operationssaal allmählich immer mehr zu vervollständigen.  (Einrichtungen für die Säuglings- und Kleinkinderzimmer, die Schwesternzimmer und für die Klinikküche kamen vom Kinderheim Leipzig. Einige Räume der ersten Schlossetage waren für den Erbprinz Reuß reserviert.)

 

Seite 99; Bombardierung von Leipzig in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943.

„In den Abendstunden des 4.12. 1943 begab ich mich mit meiner Tochter Christa mit der Bahn nach Wurzen und von dort zu Fuß nach Schloss Thallwitz. Dort hatte man die riesige Rauchwolke, die über Leipzig schwebte, angstvoll beobachtet. Es hatten sich bereits Flüchtlinge in Thallwitz eingefunden.“ … (Die am Leben gebliebenen Kinder und Pflegerinnen der Inneren Mission Leipzig kamen ebenfalls in diesen Tagen unter schwierigsten Umständen nach Thallwitz)

 

S.108. Winter 1943/44/45

„Glück hatte ich mit der Einrichtung einer Zentralheizung, die sich nach dem ersten Winter, den wir in Thallwitz verbrachten, als unumgänglich erwies. Ich hatte die Heizung von 45 Öfen (Winter 1943/44) nur mithilfe einiger im Schlossbereich untergebrachten französischen Kriegsgefangenen durchführen können. Es waren sehr freundliche Männer, denen ihre Betätigung bei der Einrichtung und Bewirtschaftung der Klinik hochwillkommen war. …

(Die Zentralheizung kam 1944 aus einem zerstörten Bankhaus in Leipzig) … Ich denke heute noch gerne an jene tüchtigen und fleißigen Arbeiter, die sich der schwierigen Aufgabe annahmen, die Rohre der Heizungsanlage durch die unglaublich dicken Schlossmauern des Kellers und des Erdgeschosses hindurchzuführen und zu verschweißen.“ ….

Seite 109

 …“Ich erhielt vom Rat des Dorfes …   …das Erdgeschoss eines gegenüber vom Schloss gelegenen früheren Schulgebäudes, Schösserhaus genannt, zur Verfügung gestellt. Dort richtete ich meine Poliklinik ein und stellte in einem Nebenzimmer auch zunächst den Röntgenapparat auf.“ …

 

Petra Neustadt

Ortschronistin von Thallwitz 

Bei Interesse kann das Chronikzimmer besucht werden.

Terminabsprache ist mit mir möglich unter: Tel. 01784142076  

 

 

Album v. Elfriede Rust (17) Prof. R Mitte

Pinnwand - immer mal etwas Neues

Brücken verbinden -Thallwitz ein Brückendorf

 

Unser Verein hatte im März 2021 einen Antrag im Rahmen des  Förderprogramms „Wurzener Land“ zum Thema „Die Erforschung der Geschichte der Brücken von Thallwitz, deren Kennzeichnung und Gestaltung eines Brückenwanderweges für Thallwitz und deren Besucher“ gestellt und diese Förderung genehmigt bekommen.

Seither arbeitet  eine Projektgruppe des Vereins an der Umsetzung des Vorhabens. Partner des Projekts sind die Gemeindeverwaltung, die Grundschule und die Kindertagesstätte „Fledermaus“.

Die Vorbereitungen zur Projektumsetzung waren und sind sehr vielfältig.

Erste sichtbare Ergebnisse kann man seit  dem 12.August in unserem Ort  an sieben Brücken finden.

Beginnend an der Schäfereibrücke und weiter bis zur Schützenbrücke in Nähe der Waldbühne, wurden Beschilderungstafeln aufgestellt. Tatkräftige Unterstützung erhielten wir von Mitarbeitern des Bauhofes. Vielen Dank dafür.

In den nächsten Wochen werden diese Informationstafeln ergänzt durch eine zentrale Ortstafel neben dem ehemaligen Spritzenhaus. Hier kann man erfahren, welche Sehenswürdigkeiten außer den Brücken ,  in Thallwitz noch zu finden sind.

Die Thallwitzer und Besucher dürfen gespannt sein. Wir werden Sie weiter informieren.

 

Projektgruppe „Brücken“

20220811_075639

Helfer gesucht

zur weiteren Verschönerung unseres Vereindomiziels werden fleissige Helfer gesucht. Wer helfen möchte und gerne den Pinsel  schwingt meldet sich bitte. Es handelt sich um Malerarbeiten. 

Besucher bisher: 
1464